27. March 2025
Diese Woche beschäftigt sich der Landtag auf Antrag der SPD – Fraktion mit dem Thema „NRW muss funktionieren: Es werde Licht – Angsträume beseitigen!“ Wir machen deutlich, dass es dringend ein Sonderprogramm zur Bekämpfung dunkler Orte bedarf, denn die Steigerung des Sicherheitsempfindens der Bevölkerung in öffentlichen Räumen ist ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Daseinsvorsorge.
Dunkle Straßen, verwinkelte Tiefgaragen und leere Plätze – alles Angsträume. Angsträume sind Orte im öffentlichen Raum, an denen sich viele Menschen unsicher fühlen.
Durch die seit Jahren ansteigende Kriminalitätszahlen in NRW wird das ohnehin sensible Sicherheitsempfinden der Bevölkerung immer weiter so auf eine sehr harte Probe gestellt und verlassene Orte wirken noch bedrohlicher. Das raubt an Aufenthalts- und Lebensqualität in den Wohnquartieren, Stadtteilen und Innenstädten unseres Landes. Gerade für die vulnerablen Gruppen ist das Sicherheitsgefühl in öffentlichen Räumen von sehr großer Bedeutung. Vor allem Frauen sind von dieser Unsicherheit betroffen, wie die Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2022 gezeigt hat. Mindestens jede zweite Frau vermeidet am Abend bestimmte Orte oder nimmt oft längere Wege in Kauf.
Trotz alarmierender Zahlen fehlt es in der Stadtplanung an Sensibilität für das Sicherheitsempfinden der Betroffenen. Neben Sauberkeit und Rückschnitt von Grünflächen sind städtebauliche Maßnahmen essenziell. Dafür brauchen Kommunen finanzielle Unterstützung – ein Sonderförderprogramm zur Beseitigung dunkler Orte wäre ein wichtiger Schritt zur Kriminalprävention und dem Vorbeugen von Verwahrlosung.
Zusätzlich brauchen wir eine enge Einbindung der Bürgerschaft, um öffentliche Mängel und Angsträume wirksam zu beseitigen. Ein landesweiter digitaler „Mängel- und Angstraummelder“ könnte in NRW die Bürgerbeteiligung und Effizienz verbessern, indem er öffentliche Mängel zentral erfasst und direkt an zuständige Stellen weiterleitet – nach dem Vorbild Hessens. Ergänzend könnte das niederländische Modell der WhatsApp-Buurtpreventie-Gruppen das Sicherheitsgefühl und den sozialen Zusammenhalt stärken. Bürger organisieren sich in Messenger-Gruppen, melden Auffälligkeiten und arbeiten eng mit der Polizei zusammen. Beide Ansätze würden die Kriminalprävention und das Gemeinschaftsgefühl in NRW verbessern.
Aber auch jede:r Einzelne von uns ist gefordert, einen Beitrag zu leisten, um das Sicherheitsgefühl in der Öffentlichkeit zu stärken. Nicht-Betroffene müssen deshalb sensibilisiert werden, damit die Ängste anderer erkannt werden und Rücksicht genommen wird – auch aus Respekt.